die tage nach dem roten regen

Hier sind die Erlebnisse unserer Hauptcharaktere beschrieben, als sie zum ersten Mal aufwachten nach dem Regen..
(Alphabetisch geordnet xD)

Amadare
Kann ich nicht einfach jemand anderes sein?

"Wach auf!" Verschlafen öffnete die Brünette ein Auge.
"...Vater." Murmelte sie, einen vollkommen fremden 'Vater' zu nennen, war immer noch eine Herausforderung.
"Amadare-chan." Sagte er glücklich. "Heute ist dein Geburtstag."
Ruckartig richtete sich die Angesprochene auf. "Geburtstag? Ich habe keinen Geburtstag mehr... Ich habe nichts mehr.." Kann ich nicht einfach jemand anderes sein?

Und hier war sie nun? In einem stickigen Landhaus, ohne anderen Jugendlichen weit und breit. Das sollte ihr helfen, wieder zu ihr selbst zu finden? Sie wusste ja sowieso nicht, wieso sie unfähig war, ihre neuen Eltern zu akzeptieren. Doch die Frage, ob es da draußen noch jemand anderen gab, war zu erdrückend.
Langsam schritt sie aus dem Haus, setzte sich ins Gras und starrte in den Himmel. 'Sieht so aus, als ob Regen aufzieht', dachte sie still.
"Hallooo Nachbarin!" Ein Mädchen, dass sehr lieb und nett wirkte, hatte sich über Amadare gebeugt.
"Wer...?"
"Ich bin Samantha Miyzaki." Sagte sie. "Hier läuft kaum jemand rum, oder?" Überrumpelt nickte Amadare benommen.
"Hier war doch mal ein blonder Junge... oder fast blond zumindest?"
"Ach, Kouki? Der ist ganz okay." Antwortete die fremde kurz.
"Ehh... Also... ich bin Amadare Yamada."
"Okay~ ich muss dann mal los!" Rief Samantha und war schon wieder auf den Weg nachhause. "Wir treffen uns nachher im Park, ja?"

Und dann fiel der erste Regentropfen, Amadare hatte die Augen geschlossen und döste vor sich hin, weiterhin im Gras. Ein zischendes Geräusch ließ sie aufhorchen, neben ihr verbrannte Gras. Erschrocken fuhr sie auf, der nächste Tropfen erwischte ihre Hand, sie schrie auf vor Schmerz, lief schnell davon. Der Regen floss nur noch stärker, verätzte ihre Kleidung...
Sie fiel und blieb liegen, leise in der Ferne vernahm sie noch Prasseln des Regens.

In der Dunkelheit der Ohnmacht sah sie ein Gesicht: Masahi Asakura, aber beim aufwachen hatte sie dieses schon wieder vergessen. Sie erwachte in ziemlicher Dunkelheit. Sie war in einen Krankenhaus, sie hörte das leise Atmen der Anderen, die mit ihr ein Zimmer teilten. Sie schwang sich aus dem Bett und schritt den Gang entlang.
"Halt!" Hörte sie eine laute Stimme. "Bleiben sie in ihrem Bett!"
"Was ist mit diesem Mädchen, Samantha?" Fragte Amadare.
"Gehen sie ins Bett." Wiederholte die Krankenschwester. Amadare drehte sich wütend um, während ihres Gehens bemerkte sie nicht, wie sie langsam die Form der Krankenschwester annahm.
"Guten Morgen Melissa." Grüßte sie jemand im vorübergehen.
"Ich... bin nicht..."
"Hey, kümmerst du dich bitte mal um die Patientin in Zimmer 304? Samantha Miyazaki."
"Oh gerne.." Sagte Amadare.
Dann machte sie sich auf zu Samanthas Zimmer. Während sich ihre Gestalt wieder normalisierte, sie hatte einfach gedacht, der Krankenschwester ähnlich zu sehen.

 


Kouki 
Das Erwachen Koukis und seiner Kräfte

Langsam öffnete er die Augen und stand auf. Er streckte sich und gähnte. Erst nachdem er zu Ende gähnte bemerkte er, dass er mitten auf einem Weg eingeschlafen war. Die zwei Anderen, die er erst kürzlich kennen gelernt hatte, lagen alle reglos am Boden. Erschrocken rannte er zu allen hin um zu schauen ob sie okay waren. Er bemerkte an allen Körpern Brandwunden, doch er selbst hatte keine. Er weiß noch, bevor er einschlief, spürte er starke Schmerzen, doch die schienen vorüber zu sein. Als er Amadare berührte, fingen die Wunden langsam an zu heilen, erschrocken stieß es ihn zurück. Bei den anderen war es nicht anders, immer tat sich was an den Wunden anderer.
Er traute sich nicht noch einmal hinzufassen, somit konnte keine Wunde ganz ausheilen und somit konnte er niemanden woanders hinbewegen. Doch sie schienen noch zu leben, was ihn etwas erleichtern lies.
Ängstlich ging er in das nächste Krankenhaus, ungefähr eine halbe Stunde ging er zu fuß dorthin, die Ärzte aber konnten nichts Besonderes an seinem Körper feststellen, nicht einmal Kratzer oder etwas an seinen Händen. Danach ging er zu den Anderen zurück um zu schauen ob sie erwachen würden und setzte sich zu ihnen.
Keiner schien schon wach zu sein. Er machte sich langsam mehr und mehr Sorgen, doch er blieb cool und wusste das es nichts bringen würde, wenn er die Rettung rufen würde, da das nur viele Fragen aufwerfen würde und da er der einzige ist der keine Wunden hatte, würden sie ihn vielleicht auch noch verdächtigen.
Es wäre einfach zu viel, jetzt die Rettung oder Polizei zu rufen. Nach ungefähr zwei Stunden nahm er aus seiner Hosentasche sein Handy heraus und rief Samuel an. „Er wird sich sicher Sorgen machen.“, dachte er, normal besuchte er Sam regelmäßig und er wusste ja nicht wie lang er schlief, jedenfalls war es bereits Abend.
„Wo bist du gewesen? Ich hab dich oftmals versucht anzurufen doch du gingst nie ran, wir wollten heute doch was unternehmen. Ist irgendetwas passiert?“ Man hörte Samuel die Besorgnis an, war ja auch kein Wunder, Kouki war kein Typ, der das Handy klingeln lies, er ging immer ran, egal wer dran war und egal in welcher Situation er steckte, außer es war etwas Schlimmeres passiert.
Kouki erzählte ihm nichts, er wolle es nicht am Telefon besprechen. Er bat ihm her zu kommen und gab ihm die Angaben wo er sich befand.
Nach einer Stunde war er angekommen. Kouki saß immer noch am gleichen Fleck und sah sehr verwirrt und besorgt aus. Samuel setzte sich zu ihm.
Er erzählte ihm alles an was er sich noch erinnern konnte, von dem eigenartigen Regen, dem langen Schlaf, seinen Schmerzen, seine ungewöhnlich schnelle Genesung, seiner Kraft und dass er im Krankenhaus war. Kouki bat Samuel hier zu bleiben, so blieb er, die Eltern würden sich keine Sorgen machen, da sie das gewohnt waren und wissen das Sam alt genug war und reif genug um alleine oder mit Kouki klar zu kommen. Es war schon spät geworden. Kouki bekam kein Auge zu, doch Sam schlief, angelehnt an Kouki, ein. Nach ungefähr 3 langen Stunden schlief er ebenfalls ein und flüsterte leise: „Ich lass euch nicht im Stich..“
Als Kouki aufwachte war Samuel schon wach und sah ihn wie er die ganze Zeit auf die Seite starrte.
„Was starrst du so?“, fragte Kouki verwirrt. „Ein Mädchen, das Mädchen mit den schwarzroten Haaren, sie ist weg.“, sagte Samuel gelassen. Verschlafen schaute sich Kouki um und merkte ebenfalls das wer fehlte. Erst auf dem zweiten Blick durchblickt er die Situation.
„WAAS??!!“ brüllte Kouki erschrocken.


Logan
Painful start

Es war eiskalt. So kalt, dass ich nicht mehr wusste ob ich noch am leben war. Meine Gliedmaßen konnte ich kaum mehr bewegen und wenn ich ehrlich bin, war es mir auch egal. Ich wollte nur noch, dass es vorbei ist. Und dann … Ich schlug meine Augen auf. Alles um mich herum verfloss in roter Flüssigkeit. Regen ? Nein, wohl eher musste es blutroter Regen gewesen sein, der mich Tage zuvor in einen tiefen Schlaf versetzte. Vorsichtig versuchte ich mich zu bewegen und für kurze Zeit gelang es mir mich auf beiden Beinen zu halten. Es war verflucht schmerzhaft …

Ein Junge irrte im Schein des Mondes und der verschlingenden Dunkelheit der Nacht umher. Er drehte und wandte sich nach allen Seiten um, als ob er unter Verfolgungswahn leiden würde. An einem großen Baum sank er zu Boden und vergrub seine seinen Kopf in seinen Armen. Lange Zeit saß er da, fast als ob es für ihn eine Qual wäre sich zu bewegen. Plötzlich schreckte er auf. Er griff sich mit seinen großen Händen auf seine Brust an die Stelle, an der er sein Herz pochen spürte. Ein tiefes Seufzen setzte ihn wieder in Beruhigung. "Warum kann ich es nicht ? Warum lebe ich noch ?", flüsterte er. Es war still. Kein Rufen einer Eule, kein Miauen einer streunenden Katze und auch keine Geräusche eines fahrenden Autos. Nicht ein mal das Atmen des Jungens war zu hören. Das Atmen ? Er atmete nicht. Er atmete schon lange nicht mehr. Schon seit diesem regen nicht mehr. Warum lebte er noch ? Wie um alles in der Welt stellte er das an ?
Der Junge erhob sich wieder um seinen Weg fort zu setzten. es war schwer zu sagen, ob er genau wusste wohin er ging oder ob er einfach nur auf den Straßen herumirrte. Wieder blieb er stehen. Es war totenstill. Und auch dieses Mal griff er sich an seine Brust um sein schlagendes Herz zu fühlen. es hatte sich nichts verändert, aber warum atmete er nicht mehr ? "Verdammt, was ist falsch an mir !", versuchte er zu unterdrücken. Irgendetwas war nicht mehr normal an ihm. Irgendetwas war mit ihm geschehen, als er schlief, das wusste er, nur was ?
Nach langem Gehen blieb er vor einem Wohnblock stehen. Er schien in seiner Hosentasche nach etwas zu suchen. Einem Schlüssel ! Leise schloss er die Türe auf und ging hinein. Hinter ihm fiel die Tür zu. Die Stufen hinauf bis zum letztem Stock waren anstrengend zu gehen. Oben angekommen musste er sich vor Erschöpfung nochmals an die Wand lehnen. Danach schloss er auch die Tür seiner Wohnung auf und bewegte sich langsam in Richtung Schlafzimmer. "Logan ? Bist du das ?", hörte man ein leises Wimmern aus dem Zimmer nebenan. Ein Mädchen kauerte auf ihrem Bett, die Decke bis zu Kinn hochgezogen. Der Junge kam zu ihr und setzte sich zu ihr auf Bett. " Ja, ich bin es!" Er strich ihr über ihr Gesicht und lächelte bedrückt. "Alles in Ordnung mit dir? Bist du zurecht gekommen?", flüsterte er dann. "Ich .. ja .. aber wo warst du? Du siehst krank aus und wieso ist da überall Blut?" "Entschuldige, aber es ist alles in Ordnung, Maya.", erwiderte Logan, der jetzt aufstand und zur Türe ging. "Gute Nacht Schwesterherz. Ich mach dir morgen Frühstück!" Er schloss die Tür. Unwillkürlich saß das Mädchen immer noch etwas bedrückt auf ihrem Bett. Dann legte sie sich wieder schlafen.
Währenddessen zog sich Logan aus. Seine Sachen waren durchnässt mit dem rotem Regen und als an ihm klebte, als ob er in seiner eigenen haut gefangen wäre. Leise versuchte er das wasser der Dusche anzumachen um sich rein zu machen. Danach fühlte er sich nicht sonderlich viel besser, trotzdem ging er noch nicht schlafen. Er nahm die durchnässten Kleider und legte sie in das Waschbecken im Badezimmer. Dann ließ er Wasser ein. Er sah dem Wasser zu als ob es für ihn nichts anderes mehr gäbe. Um genau zu sein sah er ihm nicht zu sondern starrte es förmlich an. Immer wieder versuchte er die rote Flüssigkeit aus seinen Kleidern rauszuwaschen. Es passierte nichts. das einzige was sich veränderte war das Wasser, das sich nun grau vom Dreck einfärbte. Das war zu viel! Das rote musste doch rausgehen, wenn doch sogar Blut aus den Kleidern rausgeht. Nach einiger Zeit ließ es Logan sein. Es war für ihn immer noch anstrengend sich auf den Beinen zu halten geschweige denn stundenlang vor einem Waschbecken zu stehen und versuchen rote Flüssigkeit aus Gewand rauszubekommen. Vorsichtig schlich Logan in sein Zimmer. Gleich als er im Bett lag schlief er ein.
Das Klingeln eines Weckers. Es war Morgen. Sonnenstrahlen blinzelten beim Fenster herein. Noch etwas langsam bewegte sie Logan raus aus seinem Bett der Küche zu um Maya Frühstück zu machen. Nach einer Weile war ein weiteres Läuten zu hören. Jetzt stand auch Maya vor Logan in der Küche und setzte sich verschlafen an den Küchentisch. "Morgen!", winkte sie verschlafen, während sie ihren Kopf in ihren Händen vergrub um noch ein wenig weiter zu entspannen. "Morgen, Schwesterherz!", lächelte Logan. Er hatte mittlerweile ein ausgiebiges Frühstück für Maya vorbereitet. "Oh, alles für mich?!"; strahlte diese ihn an. Er nickte nur freundlich. Mitten unterm Essen fragte Maya ihren Bruder schnell : "Isst du denn nichts ?!" "Keinen Hunger, danke!", erwiderte er knapp. Kurz sah ihn Maya an, wandte sich dann aber wieder ihrem Tee zu. "Na gut!" Logan beobachtete sie beim Essen. Mittlerweile wurde es ihr sogar schon unangenehm und sie fing an zu kichern. "Hm? Was denn?", erkundigte sich Logan verwirrt. "Ach nichts!", Maya lächelte und legte ihre hand auf Logans Wange. Plötzlich spürte sie ein Stechen in sich. Sie fuhr zusammen und zog ihre Hand schlagartig wieder zurück. "Hey! Maya? Alles okay?", Logan war furchtbar nervös als er sie so sah. "Ich .. ich hatte das Gefühl, als ob i keine Luft mehr bekommen würde…" erklärte ihm Maya schwach. Ihre Augen waren geschlossen, aber langsam ging es ihr wieder besser. "Vielleicht bleibst du heute besser zu Hause, ich schreibe deiner Lehrerin eine Entschuldigung!" Maya nickte lächelnd. "Okay, aber nur wenn du uns ne Pizza holst!", sie grinste, aber man merkte doch eine Veränderung.
Nachdem sie Maya ins Wohnzimmer zum Relaxen gelegt hatte, saß Logan noch immer in der Küche. Ihm war klar, dass es seine Schuld gewesen sein musste. Und das definitiv irgendetwas mit ihm nicht stimme. Warum atmete er nicht mehr und konnte trotzdem leben ? Und warum bekam sein kleine Schwester keine Luft mehr, als sie ihn berührte ? Fragen über Fragen häuften sich in seinem Kopf. Das einzige was ihm noch fehlte waren die Antworten auf all die Fragen.